Orientierung · Ehrlich eingeordnet
Wir bieten Auslandsrekrutierung nicht an. Genau deshalb können wir sie ohne Verkaufsbrille einordnen: Was sie leisten kann, was sie kostet – und woran Projekte in der Praxis scheitern.
Zeitarbeit, Personalvermittlung und Social Recruiting erschließen die Fachkräfte, die bereits im Beruf sind – sie verteilen den vorhandenen Markt. In vielen Regionen stößt dieser Markt inzwischen an seine Grenze: Der demografische Wandel lässt mehr Fachkräfte in den Ruhestand gehen, als nachkommen.
Auslandsrekrutierung ist einer von zwei Wegen, die dem Markt tatsächlich neue Menschen zuführen. Der andere ist die Rückgewinnung ausgestiegener Pflegekräfte – sie gelingt allerdings nur Einrichtungen, deren Arbeitsorganisation stimmt. Genau dort setzt unser Programm zur Neuaufstellung der Arbeitsorganisation an. Beide spielen in einem längeren Zeithorizont als die klassischen Besetzungswege: Sie beantworten nicht die Frage „Wer füllt die offene Stelle im März?", sondern „Woher kommt unser Personal in zwei Jahren?"
Von der Anwerbung bis zur voll einsetzbaren Fachkraft vergehen in der Regel 12 bis 24 Monate. Das sind die Stationen dazwischen:
Auswahl eines seriösen Anwerbe-Partners und der Herkunftsländer. Orientierung bietet das Gütezeichen „Faire Anwerbung Pflege Deutschland" – der Agenturmarkt ist qualitativ sehr gemischt.
Für die Anerkennung als Pflegefachkraft wird in der Regel Sprachniveau B2 verlangt. Der Spracherwerb beginnt meist im Herkunftsland und dauert viele Monate.
Arbeitsvisum und Einreiseformalitäten. Das beschleunigte Fachkräfteverfahren kann den Prozess verkürzen – dennoch vergehen auch hier Monate.
Die ausländische Ausbildung wird geprüft – je nach Fall mit Kenntnisprüfung oder Anpassungslehrgang, und je Bundesland unterschiedlich. Bis zum Abschluss ist meist nur ein Einsatz als Hilfskraft möglich.
Einarbeitung, Sprachpraxis im Stationsalltag, Wohnraum, sozialer Anschluss. Diese Phase entscheidet darüber, ob die Fachkraft bleibt – und wird am häufigsten unterschätzt.
Auslandsrekrutierung scheitert selten an der Anwerbung – sie scheitert im Haus. Diese Punkte sollten stehen, bevor die erste Fachkraft einreist:
Bevor Sie in ein mehrjähriges Auslandsprogramm investieren: Sehen Sie zuerst, womit Ihre Region um Personal wirbt – und welche Wege noch offen sind.
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